Mutter Erde 2022 iStock.com
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Die angespannte Weltlage, drohende Energieengpässe und steigende Preise – in den vergangenen Tagen ist sichtbar auffällig geworden, wie stark Österreich von Energieimporten abhängig ist und dass die Klimakrise nicht den einzigen Grund darstellt, rasch von Erdgas und Öl unabhängig zu werden.
Auf der anderen Seite hat die Energiewende begonnen: Straßenbeleuchtung mit LEDs, Gemeindebusse und Carsharing, Photovoltaikanlagen und Energiegemeinschaften. Mit der Abwärme von Unternehmen wie der Therme Wien oder Manner werden Wohnungen geheizt, Bürger werden zu StromproduzentInnen. Die Neuzulassung bei E-Autos hat 2021 mit 20 % einen historischen Höchstwert erreicht.

Musterland Österreich?

Der “Musterschüler Österreich” ist zwar im Strombereich gut unterwegs, knapp 77 % des Stroms sind schon “erneuerbar”.
Die Gesamtbilanz, die neben Strom auch Wärme und Kälte sowie Treibstoffe enthält, zeigt ein anderes Bild: 2019 entfielen nur 33,6 % der gesamten Energiebereitstellung auf erneuerbare und damit in der Produktion CO2-freie Quellen. 600.000 Ölheizungen und 900.000 Erdgasheizungen sind derzeit in Österreich noch in Betrieb. Wer mit Fernwärme die Wohnung oder sein Büro warm hält, heizt - ohne es zu wissen - oft mit Erdgas. Diese Heizungen haben allerdings – ebenso wie unsere 7 Millionen zugelassene Verbrennungsmotoren – ein Ablaufdatum und werden in den kommenden Jahren durch Erdwärme- und Luftwärmepumpen oder Pelletheizungen Schritt für Schritt ersetzt.

Der Energieverbrauch steigt weiter

Seit 1970 hat sich in Europa und der gesamten “westlichen Welt” der Energieverbrauch verdoppelt. Gemeinsam mit unserem Konsum und unserem Wohlstand hat auch in diesem Bereiche ein exponentielles Wachstum stattgefunden und steigt trotz aller Vorsätze weiter. Und damit auch die Treibhausgasemissionen, zuallererst der CO2-Ausstoß.
Zwischen der Unterzeichnung Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl am 18. April 1952 in Paris und dem 1. Jänner 2021 wurde so viel CO2 emittiert wie seit Beginn der Menschheit bis ins Jahr 1938. Erst vor einigen Jahren wurden Teile Indiens elektrifiziert. In großen Teilen Afrikas steht die Elektrifizierung noch an.

Wenn die Bäckerei ums Eck meine Wohnung heizt

Minus 32,5 % bis 2035, das fordert die EU derzeit von all ihren Mitgliedstaaten, doch das Ziel wird bald erhöht: Da sich die EU zum Ziel gesetzt hat, 55 % CO2 bis 2030 einzusparen, muss auch das Energiesparziel angepasst werden. Aber wie kann das in allen Lebensbereichen gelingen?
Mehr öffentliche Verkehrsmittel, kleinere Autos oder sogar Motorräder, vor allem das Fahrrad für kurze Strecken zeigen einen gangbaren Weg auf. Bisher ist die Entwicklung aber anders verlaufen. Unsere PKW sind in den vergangenen Jahrzehnten immer größer geworden, die geringe Auslastung mit durchschnittlich 1,1 Personen je Fahrzeug und Strecke haben dne Nutzen des Energieeinsatzes eher gesenkt als gesteigert. Größere Autos verbrauchen nicht nur im Betrieb mehr Energie, man braucht auch für die Produktion des “Stehzeugs” mehr davon.
Eine der größten Chancen bietet die Verwendung der Abwärme von Unternehmen. Dienstleister wie Wäschereien oder auch Gewerbebetriebe in Städten könnte man regelrecht anzapfen. Die Stadt Graz heizt bereits zu 20 % mit der Abwärme aus der Industrie.
In Linz werden derzeit 10 % der Abwärme der Voestalpine genutzt. Im Energieverbrauch von Österreichs energieintensivsten Unternehmen sind noch ein große Möglichkeiten für die Zweitnutzung der Abwärme vorhanden, die dann auch den Mitbürgern in der Umgebung dieser Unternehmen zugute kommt.

Windräder, Solardächer und Agro-PV-Parks?

Bis 2030 will Österreich zu 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen. Dies bedeutet aus heutiger Sicht einen weiteren Ausbau von 27 TW. Und damit nicht genug. Allein die “Dekarbonisierung” der Eisen- und Stahlindustrie Österreichs (Voest) auf Wasserstoff und Elektroschmelze würde weitere 33 TW Strom benötigen, das entspricht nicht ganz der Hälfte des aktuellen österreichischen Jahresstromverbrauchs.

Woher soll die viele erneuerbare Energie kommen

Das fragen sich viele und ebenso wie das alles kann umweltverträglich, menschenverträglich und realstisch geschehen kann? Gerade auch dieser Frage wird der Schwerpunkt Energie und Klima nachgehen.
Überblick

Die Programmpunkte des MUTTER ERDE-Schwerpunkts „Bye Bye CO2!“

Können sich Zivilisation und Wildnis vertragen oder ist eine harmonische Nachbarschaft heutzutage bereits undenkbar? Inwieweit ist der Ausbau erneuerbarer Energie mit dem Schutz von ursprünglicher Natur und Wildnis vereinbar?

Fernsehen

Highlight der ausführlichen TV-Berichterstattung in ORF 1, ORF 2 und ORF III ist am 17. Mai im ORF-2-Hauptabend die 100-minütige, von Tarek Leitner und Christa Kummer live aus dem Newsroom moderierte „Universum Spezial“-Ausgabe „Rückkehr der Wildnis – Stößt die Natur an ihre Grenzen?“, die Antworten auf diese und andere ebenso spannende wie kontroversielle Fragen sucht – in Österreich und anderen Ländern der Welt.
Universum Spezial ORF/Thomas Ramstorfer
Christa Kummer und Tarek Leitner moderieren die „Universum Spezial“-Ausgabe „Rückkehr der Wildnis – Stößt die Natur an ihre Grenzen?“
Im Zeichen des MUTTER ERDE-Schwerpunkts stehen weiters Neuproduktionen wie die „Universum History“-Dokus „Klima – Krisen – Kriege: Kollaps in der Bronzezeit“ und „Klima – Krisen – Kriege: Der Untergang Roms“ (20. Mai), die „Österreich-Bild“-Ausgaben „Stürzende Berge – Klimawandel in den Alpen“ (22. Mai) und „Klimaberg Katschberg – Pflanzenkohle trifft Tourismus“ (29. Mai), die „dokFilm“-Premieren „Afrikas Grüne Mauer – Mit Bäumen gegen die Wüste“ (22. Mai) über eines der ehrgeizigsten Klima-Projekte der Welt und „Little Yellow Boots – Die Welt ist noch zu retten“ (29. Mai) sowie die Dokumentation „Was Fische wollen – Die Lebensader Inn“ (26. Mai) über die signifikanten Auswirkungen der Wasserkraft auf die Fischwelt.
Dem Schwerpunkt widmen sich außerdem die ORF-Landesstudios, die ORF-2-Magazine „kulturMontag“ (16. und 23. Mai), „konkret“ (17., 23. und 24. Mai), „Studio 2“ (18., 19. und 20. Mai), „Guten Morgen Österreich“ (19. Mai und 2. Juni), „Die Barbara Karlich Show“-Ausgabe „Wind, Sonne & Co: Wir gehen es an!“ (25. Mai), das ORF-1-Kinderprogramm „Hallo OKIDOKI“ (21., 22. und 28. Mai) und die „dokFilm“-Dacapos „UseLess – Weniger ist mehr“ und „Erde unter Wasser – Wohnen im Klima-Chaos“ (15. Mai).
In der ORF-III-Neuproduktion „Der Klimawandel in Österreich“ (19. Mai) erzählen Menschen in Österreich dem Meteorologen und Moderator Andreas Jäger von ihrem Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels.

Radio

Ö1 greift mit der Sendung „Dimensionen“ (3. Mai) das Thema „Lebendiger Boden. Wie Humus zum Klimaschutz beiträgt“ auf. Das „Radiokolleg“ widmet dem Schwerpunkt zwei mehrteilige Sendungen: Von 23. bis 25. Mai gibt es die Sendereihe „Lexikon der chemischen Elemente. Wasserstoff, Uranium, Ammonium“ zu hören.
Nähere Informationen und Beiträge zum Nachhören unter: oe1.ORF.at/nachhaltigleben.
Vom 30. Mai bis 2. Juni steht Holz im Mittelpunkt des „Radiokolleg“ mit der Sendereihe „Knappes Holz. Ein nachhaltiger Wirtschaftsfaktor?“. Zudem hat Ö1 mit „Nachhaltig leben“, einem neuen Ö1-Dossier und einer neuen Sendereihe einen Ganzjahresschwerpunkt zum Thema gesetzt und erkundet damit Aspekte eines ökologisch verträglichen Lebensstils.
Auf Radio FM4 finden Spezialausgaben der wöchentlichen „Klimanews“ statt, einer neuen Rubrik, die über die aktuellsten Neuigkeiten rund um das Thema Umwelt und Klima informiert. Im Rahmen von MUTTER ERDE werden ebenda sowie im gesamten Radioprogramm Schwerpunkte gesetzt.

Online

Das ORF.at-Netzwerk berichtet aktuell, zudem informieren z. B. die Seiten der ORF-Radios und -Landesstudios über ihre Programmangebote zum Thema. Die Videoplattform ORF-TVthek stellt Live-Streams und Video-on-Demand-Angebote zahlreicher TV-Sendungen zum Schwerpunkt bereit und fasst die vielfältigen TV-Programmelemente in einem Video-on-Demand-Themenschwerpunkt zusammen. Außerdem steht auf der ORF-TVthek in der Rubrik „History“ ein bereits im Herbst 2020 gelaunchtes Videoarchiv bereit, das sich in Dutzenden Sendungen und Beiträgen dem Thema „Kampf dem Klimawandel“ widmet und einen multimedialen Überblick zu den Fragen Nachhaltigkeit, Klima und Klimaschutz gewährt.
Der ORF TELETEXT bietet auf Seite 319 im Bereich des Magazins „Fernsehen“ allgemeine Informationen über die Kampagne sowie eine Auflistung aller Programme, die sich mit dem Themenschwerpunkt beschäftigen. Detailinfos zu den täglichen Fernsehsendungen der ORF-Initiative finden die Leser/innen auf den Fernseh-Inhaltsseiten (ORF Tipp auf Seite 106 bzw. ab Seite 300).
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Schwerpunkt 2022

Mutter Erde - Klima und Energie

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Der ORF/MUTTER ERDE-Schwerpunkt findet vom 17. Mai bis 29. Mai in allen ORF-Medien – in Fernsehen und Radio sowie online, den Landesstudios und im ORF TELETEXT – statt.
Im Zentrum stehen die Folgen der aktuellen Energiekrise für Mensch und Umwelt. Die Zeit für Lösungen ist knapp: In den nächsten 6.500 Tagen – darauf haben sich fast alle Staaten der Welt im November 2015 in Paris geeinigt – sollen das Weltklima stabilisiert und die Klimakatastrophe aufgehalten werden, damit der größte Teil des Planeten bewohnbar bleiben kann.
Pius Strobl, ORF-Leiter für Corporate Social Responsibility: „Mit MUTTER ERDE, LICHT INS DUNKEL und NACHBAR IN NOT setzt der ORF seit vielen Jahrzehnten auf die Zusammenarbeit mit der österreichischen Zivilgesellschaft. Seit neun Jahren lenkt MUTTER ERDE die Aufmerksamkeit auf die brennenden Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit und möchte Bewusstsein schaffen und informieren. Im MUTTER ERDE-Schwerpunkt 2022 richten wir den Fokus auf den größten Hebel bei der Bewältigung der Klimakrise, die Energiewende. Mit der aktuellen Energiekrise in Europa ist das Thema aktueller denn je. Neben den aktuell diskutierten Fragen der Versorgungssicherheit beschäftigt sich der Schwerpunkt mit den ökologischen Auswirkungen der Energiewende. Anhand positiver Beispiele wollen die Redaktionen aufzeigen, dass nicht nur große Initiativen, sondern jede/r Einzelne etwas im eigenen Umfeld tun kann. Und das in der vernetzten Art, wie es nur der ORF als Öffentlich-Rechtlicher in Fernsehen, Radio und im Online-Bereich sowie in den Landesstudios umsetzen kann.“
Anita Malli, Geschäftsführerin von MUTTER ERDE: „In den letzten Wochen wurde uns vor Augen geführt, wie abhängig wir von ausländischem Erdgas und Energieimporten sind. Mit dem Schwerpunkt ,MUTTER ERDE Klima und Energie‘ wollen wir zeigen, welchen Beitrag die Energiewende zum Klimaschutz leisten kann. In keinem anderen Bereich können wir so viel für ein stabiles Klima tun wie im Energiesektor. Heizen ohne Öl und Erdgas, weniger Verbrauch durch Nutzung von Abwärme der Industrie, Öffis und Fahrgemeinschaften statt allein im Auto unterwegs. Diese und andere Schritte zur Bewältigung der Klimakrise wollen wir heuer thematisieren.“
Agnes Zauner, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000 und Vorstandsmitglied von MUTTER ERDE: „Schmerzhaft erkennen wir nun mehr denn je, wie wichtig eine umfassende Energiewende für Österreich ist. Unser Klima ist schon lange durch die starke Abhängigkeit von Öl und Gas belastet. Jetzt sehen wir zusätzlich auch, dass unsere Versorgungssicherheit gefährdet ist, wenn wir abhängig von Importen fossiler Brennstoffe bleiben. Der diesjährige gemeinsame MUTTER ERDE-Schwerpunkt auf Klima und Energie ist daher umso wichtiger. Wir haben in Österreich jetzt die Chance, endlich in eine umfassende Transformation hin zu erneuerbaren Energien zu setzen und dadurch das Klima zu schützen, die heimische Wirtschaft zu stärken und uns unabhängig zu machen!“
„Lest das!“

Mutter Erde - Deine Story

Du… ja genau, du! Wir möchten wissen, was in dir vorgeht. Wie stellst du dir die Welt von morgen vor? Worauf freust du dich, worauf hoffst du, wovor hast du Angst? Klimakrise, Gesundheitskrise, Sinnkrise – lass uns an deinen Gedanken teilhaben und erzähl uns, was dich bewegt.
In diesen turbulenten Zeiten zwischen Dauerkrise und Erwachsen-Werden, Krieg und Aufbruch, Verzweiflung und Hoffnung suchen wir eure Wahrnehmungen, Perspektiven und Ideen: Wie steht es um uns, und können wir diese Welt retten?
Übrigens: Eure Stories lassen Bäume wachsen: Gemeinsam mit unserem Partner „Österreichische Bundesforste“ pflanzen wir pro Story einen Baum. Lassen wir gemeinsam den Zukunftswald wachsen!

Mutter Erde - Deine Story

Einreichung

Eure Stories müsst Ihr bis 24. Mai unter www.story.one/wettbewerbe/lestdas einreichen.
Die Geschichten können dort gelesen, geliked und geteilt werden, unsere Jury mit Elisabeth Ivancich (Landjugend Österreich), Susanna Öllinger (Bundesschulsprecherin), Katharina Rogenhofer (Sprecherin Klimavolksbegehren und Autorin), Fanny Stapf (ORF), Marcus Wadsak (ORF) und Simon Zhang (Schüler, einer der Gewinner von „Sag’s Multi“ 2021) wählt aus den 30 bestgereihten Geschichten dann die 14 finalen Stories für unser Buch aus.

Infos

Kontakt

Über Mutter Erde

MUTTER ERDE ist ein Zusammenschluss des ORF und der führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen Österreichs – Alpenverein, BirdLife, GLOBAL 2000, Greenpeace, Naturfreunde, Naturschutzbund, VCÖ und WWF. Jedes Jahr wird ein anderes relevantes Umweltthema ins Zentrum der gemeinsamen Aktivitäten gestellt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen, Menschen zum Handeln zu bewegen und Umwelt- und Naturschutzprojekte zu unterstützen.
Seit der Gründung gab es bereits diese gemeinsamen Themenschwerpunkte Wasser (2014), Bienen (2015), Lebensmittelverschwendung (2016), Klimaschutz (2017), Landwirtschaft (2018), Verwenden statt Verschwenden (2019); Klima (2020) und den Themenschwerpunkt 2021 „Klima schützen, Arten schützen!“.

Kontakt

Mag. Anita Malli, MA
c/o Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, A–1136 Wien

E-Mail: anita.malli@muttererde.at